Jun
15
2009

Wochenmotto - Witzerland

Gibt es das, einen spezifisch schweizerischen Humor?

Ja, den gibt es. Das Schweizerische Landesmuseum in Zürich widmet ihm unter dem Titel „Witzerland“ zurzeit eine ganze Ausstellung. Der Schweizer Humor ist fein, hintergründig, augenzwinkernd, ernsthaft, subversiv, langsam, voller Sprachwitz und sehr musikalisch. Die schönsten Beispiele für einen spezifisch schweizerischen Humor finden sich im Theater von Christoph Marthaler. Wir stellen 4 Schweizer Schauspieler vor, die den Weg des Ausnahmeregisseurs kreuzten oder begleiten. Sie sind auf den grossen Bühnen im deutschsprachigen Raum zu Hause – in Hamburg und Berlin ebenso wie in Zürich und Wien. Spezialisten für Schweizer Humor unbedingt, aber gleichzeitig auch große Protagonisten und Ensembleschauspieler: Karin Pfammatter, Raphael Clamer, Robert Hunger-Bühler und Ueli Jäggi. (Phöbe Heydt)


Pfammatter, Karin

Karin Pfammatter
Geb. 1962 in Visp. Lebt in Düsseldorf.

Karin Pfammatter absolvierte ihre Schauspielausbildung am Konservatorium für Musik und darstellende Kunst in Bern. Nach zahlreichen Engagements an deutschen Bühnen (u.a. Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Münchner Kammerspiele, Düsseldorfer Schauspielhaus, Staatstheater Stuttgart, schauspielfrankfurt, Schaubühne am Lehniner Platz) kehrte sie 2001 in die Schweiz zurück, für ein Festengagement am Schauspielhaus Zürich mit Christoph Marthaler. Seither lebt sie in Zürich, war nochmals in der Direktionszeit von Matthias Hartmann Ensemblemitglied am Schauspielhaus und ist mittlerweile wieder als freie Schauspielerin und Sprecherin tätig. Sie arbeitet für Theater und Hörbuch und ist regelmässig in Film und Fernsehen zu sehen, vor allem in Schweizer Produktionen. Auf der Bühne arbeitete sie u.a. mit den RegisseurInnen Johann Kresnik, Peter Palitzsch, Karin Beier, Dimiter Gotscheff, Matthias Hartmann, Jürgen Gosch, Stefan Pucher, Christina Paulhofer, Thomas Ostermeier und Christoph Marthaler. In Film und Fernsehen war sie u.a. in der Regie von Christoph Schaub, Sabine Boss, Pippilotti Rist und Samir zu sehen.


Clamer, Raphael

Raphael Clamer
Geb. 1975 in Basel. Lebt in Basel.

Raphael Clamer wurde an der Neuen Münchner Schauspielschule zum Schauspieler ausgebildet. Es folgten Theaterengagements am Nationaltheater Mannheim und am Schauspielhaus Zürich (2000-2004, Direktion Christoph Marthaler). Seit 2004 arbeitet er als freier Schauspieler, hauptsächlich mit Christoph Marthaler und spielte u.a. am Wiener Burgtheater, bei den Ruhrfestspielen, bei den Wiener Festwochen, den Salzburger Festspielen, der Opéra Nationale de Paris, der Roten Fabrik Zürich, am Theater Basel und im Hotel Waldhaus in Sils-Maria. Er arbeitete u.a. mit den RegisseurInnen Isabel Osthues, Christina Rast, Sven-Eric Bechtolf, Jan Bosse, Luc Bondy, Jürg Kienberger, Andreas Kriegenburg, Stefan Pucher und Johannes Schaaf.
Raphael Clamer spielte in diversen deutschen Fernsehproduktionen wie „Die Fallers“, „Frankie“ oder „Aus heiterem Himmel“ und ist dem Schweizer Fernsehpublikum als Alex Weiss in der bliebten Fernsehserie „Lüthi und Blanc“ bekannt. Im Kino war er u.a. in „Strähl“ und „Undercover“ zu sehen.
Als Sprecher arbeitet Raphael Clamer regelmäßig in Hörbuch, Hörfunk und Werbung. Er wirkte in vielen Hörspielen mit, im sprechtheater Verlag ist das Hörbuch „Ein schönes Leben“ erschienen, z.B. erhältlich bei amazon.de

Anm.: Die Nutzung des Textauszugs aus “Die Da“ erfolgt mit freundlicher Genehmigung der EMI MUSIC PUBLISHING GERMANY GMBH & CO. KG. Herzlichen Dank!


Hunger-Bühler, Robert

Robert Hunger-Bühler
Geb. in Sommeri-Hefenhofen im Thurgau. Lebt in Zürich.

Nach dem Besuch der Schauspielakademie in Zürich und dem Studium der Theaterwissenschaften und Philosophie in Wien war Robert Hunger-Bühler zunächst als Schauspieler und Regisseur in Wien, Bonn, Düsseldorf und Freiburg tätig. Weitere Stationen waren die Freie Volksbühne Berlin, die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, die Schaubühne am Lehniner Platz, das Berliner Ensemble und das Wiener Burgtheater.
Er arbeitete unter anderem mit den Regisseuren Jossi Wieler, Frank Castorf, Andrea Breth, Claus Peymann, Luc Bondy, Stefan Pucher, Johan Simons, Klaus Michael Grüber und Christoph Marthaler. In Peter Steins legendärer «Faust»-Inszenierung spielte Robert Hunger-Bühler den Mephisto. Für den Zürcher Hörbuchverlag sprechtheater sprach er “Stromab - Stromauf. Gedichte von Francesco Petrarca und René Char”. Seit der Spielzeit 2001/02 ist er Ensemblemitglied am Schauspielhaus Zürich. Zuletzt sah man ihn dort u.a. als “Andrew Undershaft” in “Major Barbara” von Bernard Shaw an der Seite von Nicole Heesters, Julia Jentsch, Jutta Lampe, August Diehl u.v.a., Regie: Peter Zadek.

Lieferbare Bücher, Tonträger, Hörbücher, DVD´s mit Robert Hunger-Bühler z.B. bei amazon.de


Jäggi, Ueli

Ueli Jäggi
Geb. 1954 in Olten. Lebt in Basel.


Ueli Jäggi studierte Germanistik, Romanistik und Geschichte und besuchte ab 1979 die Schauspiel Akademie in Zürich. Es folgten Engagements am Theater der Jugend in München und am Schauspielhaus Nürnberg. Seit 1990 spielte er in fast jeder Inszenierung Christoph Marthalers, u.a. in so legendären Produktionen wie „PROHELVETIA“ am Theater Basel, „Kasimir und Karoline“ und „Die Spezialisten“ am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg sowie „Murx den Europäer“ an der Volksbühne in Berlin.
Er war in zahlreichen Fernseh- und Filmrollen zu sehen, zuletzt u.a. als Pathologe in „Donna Leon – Commissario Brunetti“. 2000-2004 war er Ensemblemitglied am Schauspielhaus Zürich, wo er u.a. in Marthalers „Was ihr wollt“, „Die schöne Müllerin“, „Groundings“, „Dantons Tod“, sowie in Frank Castorfs Inszenierung von Döblins „Berlin Alexanderplatz“ spielte.
Ueli Jäggi wurde 2001 von „Theater heute“ zum Schauspieler des Jahres gewählt. 2004 erhielt er den Deutschen Hörbuchpreis für seine Lesung von Melvilles „Bartleby, der Schreiber“, produziert vom sprechtheater Verlag. Seit 2004 arbeitet er frei und spielte u.a. in Christoph Marthalers „Schutz vor der Zukunft“ bei den Wiener Festwochen und „Die Fruchtfliege“ sowie „Geschichten aus dem Wienerwald“ an der Volksbühne Berlin. Aktuell ist er in Christoph Marthalers Produktionen „PLATZ MANGEL” und „RIESENBUTZBACH” zu sehen.
Für das Hörbuch „Lissaboner Requiem” (ebenfalls sprechtheater Verlag), erhielt er 2007 abermals den Deutschen Hörbuchpreis. Neben zahlreichen Hörspielen spricht er den Kriminaloberrat Xaver Finkbeiner im SWR-RadioTatort der ARD.
Immer häufiger führt Ueli Jäggi auch Regie, zuletzt inszenierte er am Theater Luzern „Das Versprechen” von Friedrich Dürrenmatt und „Der Gehülfe” von Robert Walser.

Lieferbare Hörbücher, Tonträger mit Ueli Jäggi z.B. bei amazon.de

Written by Matthias Kratzenstein in: 3. Besetzungscouch | |

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